Mozilla Track This: Personalisierte Werbung Adé

Werbung hier, Werbung da – und das auch noch personalisiert. Seit einigen Jahren ist auf den individuellen Nutzer zugeschnittene Werbung nicht mehr aus dem Leben wegzudenken. Dem einen mag es gefallen, da er so auf für ihn passende Angebote aufmerksam gemacht wird. Der Großteil der Internetnutzer lehnt diese Art von Werbung jedoch ab – insbesondere, weil nicht nur notwendige, sondern umfassende Benutzerprofile und somit auch (nahezu) Digital Twins erstellt werden. Nicht jeder Nutzer möchte nach einer Suche nach Unterwäsche in den nächsten Wochen dauerhaft Bilder von Unterwäsche sehen, wenn er im Internet unterwegs ist. Daher ist das Installieren eines Ad-Blockers zu einer routinierten Aufgabe bei der Installation eines jeden Internet Browsers geworden. Doch selbst moderne Ad-Blocker können das Sammeln von Daten für personalisierte Werbung verhindern. Daher hat Mozilla ein Experiment gestartet und leitet dieses mit einer provokanten Frage ein.

Haben Sie das Gefühl, dass die Werbung im Internet Sie zu gut kennt?

Mozilla

Mit Track This hat Mozilla ein Experiment ins Leben gerufen, mit dem man seine digitale Persönlichkeit mit nur einem Klick ändern kann – und das nicht nur im hauseigenen Internet Browser „Firefox“, sondern auch auf beispielsweise Google Chrome, Microsoft Edge und Apple Safari. Dies funktioniert so, indem Tracking-Dienste mit falschen Informationen gefüttert werden. Dazu kann der Nutzer aus vier Profile wählen:

  • Hyperbeast – Obsession mit Streetwear und aktueller Musik
  • Filthy Rich – superreiche Person
  • Doomsday – Prepper, der sich auf den Weltuntergang vorbereitet
  • Influencer – einflussreicher Instagrammer

Durch die Auswahl eines Profils werden 100+ Tabs mit entsprechenden Inhalten des Profils geöffnet, um den Tracking-Diensten falsche Informationen vorzugaukeln. Diese müssen alle von Hand geschlossen werden – also empfiehlt es sich, ein separates Fenster des Internet Browsers zu öffnen, das man nach dem Öffnen der Tabs wieder schließen kann. Zudem sollte ein eventuell aktivierter Ad-Blocker für diese Aktion deaktiviert werden, damit die Tracking-Dienste nicht von ihrer Arbeit abgehalten werden.

Ich habe das Influencer-Profil geöffnet und die nächsten sieben Tage habe ich Werbung eingeblendet bekommen, die nichts mit mir zu tun hatte.

Daniel Greenberg, Projektbeteiligter

Insbesondere durch die in Zukunft abnehmende Bedeutung von Ad-Blockern durch die starke, native Integration in die Internet Browser ist dies ein spannendes Experiment, das man im Hinterkopf behalten sollte.

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